白馬篇
Cao Zhi 曹植 (192–232)
白馬飾金羈。連翩西北馳。
借問誰家子。幽并游俠兒。
少小去鄉邑。揚聲沙漠垂。
宿昔秉良弓。楛矢何參差。
控弦破左的。右發摧月支。
仰手接飛猱。俯身散馬蹄。
狡捷過猴猿。勇剽若豹螭。
邊城多警急。胡虜數遷移。
羽檄從北來。厲馬登高隄。
長驅蹈匈奴。左顧陵鮮卑。
棄身鋒刃端。性命安可懷。
父母且不顧。何言子與妻。
名編壯士籍。不得中顧私。
捐軀赴國難。視死忽如歸。
Das Lied vom Schimmel Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 483f.
Der Schimmel ist mit vergoldetem Zaumzeug ausgestattet; er galoppiert (mit seinem Reiter) ununterbrochen nach Nordwesten.
Ich gestatte mir zu fragen, aus welcher Familie dieser junge Reiter stamme. Und man antwortet mir: Er ist ein junger fahrender Ritter aus Yu[-chou] oder Ping[-chou].
In seiner frühen Jugend hat er seine Heimat verlassen; sein Name ist bis an die Grenzen der Gobi bekannt.
Stets hält er einen trefflichen Bogen in seiner Hand und viele, verschieden lange Pfeile aus Hu-Holz (Legge III 115).
Sein Pfeil verlässt die gespannte Sehne und trifft die links aufgestellte Scheibe; rechts zerschmettert er die Monde einer anderen Scheibe (WH 14/6b).
Mit hoch emporgehobenem Bogen schiesst er den behenden Affen; er beugt sich vom (galoppierenden) Pferde herab und zertrümmert mit einem Pfeile die am Boden angebrachte (an einen Pferdehuf erinnernde) Scheibe.
Seine Schnelligkeit ist grösser als jene der Affen; seine Tollkühnheit gleicht jener von Leoparden und Drachen.
Die Grenzstädte sind gewöhnlich stark beunruhigt, dadurch dass die tatarischen Nomaden bald hier, bald dort erscheinen.
Eilberichte (mit dem Ersuchen um Hilfe) kommen aus dem Norden nach der Hauptstadt; da spornt unser Held sein Pferd an und steigt den hohen Damm empor (um Ausschau zu halten).
Er will in weitem Galopp die Hunnen niedertreten und im Westen die Hsien-pei-Horden unterwerfen.
Er will sich opfern im Kampfe gegen Lanze und Schwerter; wie könnte er auch um sein eigenes Leben besorgt sein?
Er nimmt selbst auf Vater und Mutter keine Rücksicht; um so weniger auf Frau und Kinder.
Sein Name ist schon verzeichnet im Buche der Helden; er kann auf halbem Wege (d.h. im Besitze dieses guten Rufes) nicht mehr seinen privaten Angelegenheiten nachgehen.
Indem er sein Leben hingibt, will er dem Staat in seinen Schwierigkeiten helfen; er beschaut den Tod wie eine Rückkehr in die Heimat.