詠懷詩八十二首 (其六) "昔聞東陵瓜"
Ruan Ji 阮籍 (210–263)
昔聞東陵瓜。近在青門外。 連畛距阡陌。子母相鈎帶。 五色曜朝日。嘉賓四面會。 膏火自煎熬。多財為患害。 布衣可終身。寵祿豈足賴。
17 Gedichte, worin ich meine Gefühle besinge. 9) "Einst hörte ich von den Melonen des Shao P'ing" Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 356.
Einst hörte ich von den Melonen des Shao P'ing, Grafen von Tung-ling (der sich als Privatmann der Melonenzucht widmete); sie wuchsen nahe der Stadt ausserhalb des Osttores von Ch'angan. Feld grenzte an Feld, nur durch Raine von einander getrennt; junge und alte Melonen hingen durch Ranken zusammen. Die bunten Früchte reflektierten die Morgensonne; von allen Seiten kamen hervorragende Gäste, um sich an den Melonen zu ergötzen. Das Öl der Lampe zieht sich das Verbrennen selbst zu (weil das Öl eben brennbar ist); grosser Reichtum wird zur Quelle unseres Unglücks. Nur ein armer, amtloser Mann (wie Shao P'ing) kann sein Leben in Ruhe beschliessen. Kann man sich etwa auf die Gunst des Herrschers oder die amtliche Besoldung verlassen?