詠懷詩八十二首 (其十三) "登高臨四野"
Ruan Ji 阮籍 (210–263)
登高臨四野。北望青山阿。
松柏翳岡岑。飛鳥鳴相過。
感慨懷辛酸。怨毒常苦多。
李公悲東門。蘇子狹三河。
求仁自得仁。豈復歎咨嗟。
17 Gedichte, worin ich meine Gefühle besinge. 6) "Ich steige eine Höhe hinauf" Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 355.
Ich steige eine Höhe hinauf und schaue in allen Windrichtungen über das Land; im Norden erblicke ich grüne Berghänge mit Gräbern.
Fichten und Zypressen beschatten die hohen Felsen; fortwährend fliegen singende Vögel darüber hinweg.
Getroffen durch diesen Anblick ist mein Herz tief betrübt; Kränkungen und Schmerz gab es stets in überwältigender Menge.
Li Ssu (BD No. 1203) dachte vor seiner Hinrichtung an die schöne Zeit, da er noch ausserhalb des Osttores von Shang-ts'ai jagen ging; Su Ch'in (BD No. 1775) fand das Land San-ho (Mém. hist. III 393) zu beschränkt und wollte Minister der sechs Reiche werden (schliesslich wurde der ehrgeizige Mann ermordet).
Diese beiden Männer haben sich ihr Unglück selbst zugezogen, ähnlich wie der Mann, der die Tugend sucht, auch die Tugend findet (Legge I 199). Warum sollte man sie noch seufzend beklagen?