Zeng bai ma wang biao shi 贈白馬王彪詩

by Cao Zhi 曹植 (192–232)

Dynasty: Cao Wei 曹魏 (220–265)

Notes: This poem includes one or more characters that are incompatible with the database. They are marked by placeholders. You can find the characters in question under the following Unicodes: F1 = U+24D5C

Included in: Lu Qinli 逯欽立 (ed.). Xian Qin Han Wei Jin Nanbeichao shi 先秦漢魏晉南北朝詩 Beijing: Zhonghua shuju, 1983. Weishi 魏詩 7.452-454.

Compare translations

Translations

1
  • Erwin von Zach (1872–1942): Ich sende dieses Gedicht Piao, Prinzen von Po-ma
    Nach beendeter Audienz in der Ch'eng-ming-Halle wollte ich in meinen alten Lehensstaat (Yen-ch'eng in Shantung) zurückkehren. Frühmorgens brach ich von der Residenz (Loyang) auf; bei Sonnenuntergang kam ich am Shou-yang-Berg vorüber. Die beiden Flüsse I und Lo waren breit und tief; ich wollte übersetzen, fand aber keine Brücke. Ich nahm ein Boot und fuhr durch die hohen Wogen; da verwünschte ich gar sehr die Länge der Reise nach Osten. Voll Sehnsucht wandte ich mein Gesicht zurück nach den Toren der Hauptstadt und während ich mir den Hals ausreckte, war mein Inneres von Jammer erfüllt. Wie breit ist doch das T'ai-ku-Tal! Dicht sind seine dunkelgrünen Bergwälder. Fortgesetzter Regen verzögert mein Wandern; überall gibt es grosse Überschwemmungen. Auf der Strasse sieht man keine Wagenfurchen mehr; ich schlage daher einen neuen Weg über einen hohen Bergrücken ein. Ein langer Abhang scheint bis hinauf zu der hinter Wolken versteckten Sonne zu führen; mein Rappe ist infolge Ermüdung schon braun geworden. Trotz seiner Ermüdung kann er doch noch vorwärtskommen, während meine Gedanken unverändert in Kummer und Kränkung verharren. Und diese Niedergeschlagenheit macht mir die Weiterreise schwer; denn Du, mein geliebter Bruder, findest Dich nicht an meiner Seite. Ursprünglich hoffte ich in Deiner Gesellschaft den Weg zurücklegen zu können; doch gerade beim Aufbruch wurde [von den Behörden die Verfügung getroffen], dass wir nicht zusammen reisen dürften. Da schienen mir Eulen auf dem Joch meines Wagens unheilverkündend zu sitzen und Wölfe unserer Reise hindernd entgegenzutreten. Schwarze Fliegen beschmutzen eben alles Weisse, bis es schwarz wird; listigen Verläumdern gelingt es, nahe Verwandte von einander zu trennen. Ich würde am liebsten [nach Loyang] zurückkehren, aber [infolge der Überschwemmungen] besteht dazu keine Möglichkeit; ich lasse halten und bleibe zögernd verweilen. Wie könnte aber dieses Zögern länger dauern? Nur meine Sehnsucht nach Dir dauert unendlich. Der Herbstwind beginnt schon etwas kühl zu werden; eine fröstelnde Zikade zirpt nicht weit von mir. Wie verlassen liegt doch die weite Ebene vor mir! Und plötzlich sinkt die glänzende Sonne im Westen. Heimkehrende Vögel begeben sich in ihren hohen Wald; flatternd bewegen sie schnell ihre Flügel. Verirrtes Wild läuft hierhin und dorthin auf der Suche nach seinen Genossen; mit Gras noch im Maul nimmt es sich keine Zeit mehr zum Fressen. Diese Wesen der Natur rühren tief mein Inneres; nach meinem Herzen greifend seufze ich lange und schwer. Doch was nützt das schwere Seufzen? Ich bin eben durch das himmlische Schicksal nicht begünstigt. Was hilft es mir, an meinen [vor kurzem in Loyang verstorbenen] Bruder (Ts'ao Chang, Prinzen von Jen-ch'eng) zu denken? Nachdem er sich einmal von mir getrennt hat, habe ich ihn nicht wieder gesehen. Seine einsame Seele fliegt jetzt über seinem alten [Jen-]ch'eng; sein Sarg ist in Loyang geblieben. Auch wir, die Hinterbliebenen, werden plötzlich eines Tages sterben; und unser Leib wird nach dem Tode sicher der Auflösung verfallen. Nur ein kurzes Menschenalter dauert das Leben; schnell geht es vorüber, wie wenn Morgentau von der Sonne beschienen wird. Unser Alter erinnert an [die Abendsonne, die] hinter Maulbeerbäumen und Ulmen untergeht; [unsere Jugend] kann ebensowenig wie ein Schatten oder ein Echo zurückgerufen werden. Wenn ich mich selbst betrachte, muss ich sagen, meine Natur ist nicht von Metall oder Stein; ach das Leben ist kurz wie ein Schrei, und dieser Gedanke [Dich bei meiner schwachen Gesundheit vielleicht nicht wiedersehen zu können] macht mein Herz tief betrübt. Und warum sind meine Gedanken voll Bitterkeit? Wirklich mein Schicksal lässt mich an der Gerechtigkeit göttlicher Fügungen zweifeln. Auch sind es nur phantastische Vorstellungen, wenn man unsterbliche Geister aufsuchen und von ihnen das Geheimnis der Unsterblichkeit erfahren will; die Fabeln betreffs [Ch'ih-]sung-tzu (BD No. 377) haben mich lange genug in Irrtum geführt. Ein unvorhergesehenes Unglück erscheint plötzlich; wer könnte eines langen Lebens sicher sein? Einmal getrennt werden wir uns vielleicht nie mehr wiedersehen; wann dürfte wohl die Zeit kommen, da wir uns wieder die Hand drücken werden? O mein prinzlicher Bruder, Du musst auf Deine Gesundheit achtgeben, auf dass wir beide hohes Alter zusammen geniessen können. Meine Tränen wegwischend will ich nun meine Reise fortsetzen; ich ergreife den Pinsel, schreibe diese Verse nieder und nehme hiermit Abschied von Dir.

    in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 384-387.

黃初四年正月。白馬王、任城王與余俱朝京師。 會節氣。到洛陽。任城王薨。 至七月與白馬王還國。後有司以二王歸藩。 道路宜異宿止。意毒恨之。蓋以大別在數日。 是用自剖。與王辭焉。憤而成篇。 謁帝承明廬。逝將歸舊疆。 清晨發皇邑。日夕過首陽。 伊洛廣且深。欲濟川無梁。 汎舟越洪濤。怨彼東路長。 顧瞻戀城闕。引領情內傷。 太谷何寥廓。山樹鬱蒼蒼。 霖雨泥我塗。流潦浩縱橫。 中逵絕無軌。改轍登高岡。 修坂造雲日。我馬玄以黃。 玄黃猶能進。我思鬱以紆。 鬱紆將何念。親愛在離居。 本圖相與偕。中更不克俱。 鴟梟鳴衡軛。豺狼當路衢。 蒼蠅間白黑。讒巧反親疏。 欲還絕無蹊。攬轡止踟蹰。 踟蹰亦何留。相思無終極。 秋風發微涼。寒蟬鳴我側。 原野何蕭條。白日忽西匿。 歸鳥赴喬林。翩翩厲羽翼。 孤獸走索群。銜草不遑食。 感物傷我懷。撫心長太息。 太息將何為。天命與我違。 奈何念同生。一往形不歸。 孤魂翔故域。靈柩寄京師。 存者忽復過。亡沒身自衰。 人生處一世。去若朝露晞。 年在桑榆間。影響不能追。 自顧非金石。咄唶令心悲。 心悲動我神。棄置莫復陳。 丈夫志四海。萬里猶比鄰。 恩愛苟不虧。在遠分日親。 何必同衾幬。然後展慇懃。 憂思成疾F1。無乃兒女仁。 倉卒骨肉情。能不懷苦辛。 苦辛何慮思。天命信可疑。 虛無求列仙。松子久吾欺。 變故在斯須。百年誰能持。 離別永無會。執手將何時。 王其愛玉體。俱享黃髮期。 收淚即長路。援筆從此辭。