Zeng xu gan shi 贈徐幹詩

by Cao Zhi 曹植 (192–232)

Dynasty: Cao Wei 曹魏 (220–265)

Included in: Lu Qinli 逯欽立 (ed.). Xian Qin Han Wei Jin Nanbeichao shi 先秦漢魏晉南北朝詩 Beijing: Zhonghua shuju, 1983. Weishi 魏詩 7.450f.

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  • Erwin von Zach (1872–1942): Ich widme diese Verse Hsü Kan
    Ein gewaltiger Sturm stürzt sich auf die glänzende Sonne (d.h. auf die Han-Dynastie), die sich plötzlich hinter die westlichen Berge zurückzieht. Der Mond (d.i. die Wei-Dynastie) hat noch nicht seine volle Rundung erreicht; Sterne strahlen in Menge daneben. Ehrgeizige Männer streben emporzukommen, und auch der kleine Mann bleibt nicht müssig (weiss sich Vorteile zu verschaffen). Nächtlicherweile gehe ich ein wenig spazieren und durchwandere jenen Kaiserpalast. Die Wen-ch'ang-Thronhalle erhebt sich bis über die Wolken; der Ying-feng-Turm ragt hoch in die Lüfte hinein. Die Frühlingstaube girrt im hohen Gebälk; ein ununterbrochener Wind stösst gegen die Fenster. Mit Sympathie erinnere ich mich des in einer Hütte lebenden Gelehrten Hsü Kan (BD No. 777); seine Armut und Amtlosigkeit sind wirklich beklagenswert. Farnkräuter und Bohnenblätter füllen nicht die Leere seines Magens; sein Schafpelz und sein kurzes Hemd sind auch als Schutz [gegen die Kälte] ungenügend. Unbefriedigt ist er voll tiefer Betrübnis; so kommt es, dass er gar viele Bogen mit seiner literarischen Arbeit füllt. Wenn ein Edelstein verworfen wird, wem könnten wir darin Schuld geben? Es ist die Schuld des Pien Ho (BD No. 1650), der ihn nicht als Edelstein erkannt hat. Du hast auf den Freund gewartet, der Dich für eine Stellung hätte empfehlen sollen (vgl. Pétillon, Allusions littéraires 312); wer unter Deinen Freunden würde nicht gerne Dir helfen (wie einst Wang Chi dem Kung Yü, BD No. 1037)? Ein fruchtbares Feld hat keine späte Ernte (d.h. als tüchtiger Mann wirst Du bald Erfolg erzielen); reiche Bewässerung (d.h. hohe Bildung; Legge II 319) führt immer zu grossen Erträgen. Dein Herz besitzt wirklich die Schönheit von Juwelen; je mehr Zeit vorübergeht, desto glänzender tritt Deine Tugend (und Tüchtigkeit) hervor. Die Pflicht der Freundschaft besteht in aufrichtiger Hilfsbereitschaft (leider habe ich Dir nicht helfen können); was kann ich noch zu meiner Entschuldigung in diesem Gedichte anführen?

    in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 382f.

驚風飄白日。忽然歸西山。 圓景光未滿。眾星燦以繁。 志士營世業。小人亦不閒。 聊且夜行游。游彼雙闕間。 文昌鬱雲興。迎風高中天。 春鳩鳴飛棟。流猋激櫺軒。 顧念蓬室士。貧賤誠足憐。 薇藿弗充虛。皮褐猶不全。 慷慨有悲心。興文自成篇。 寶棄怨何人。和氏有其愆。 彈冠俟知己。知己誰不然。 良田無晚歲。膏澤多豐年。 亮懷璠璵美。積久德愈宣。 親交義在敦。申章復何言。