七哀詩
Cao Zhi 曹植 (192–232)
明月照高樓。流光正徘徊。
上有愁思婦。悲歎有餘哀。
借問歎者誰。言是宕子妻。
君行踰十年。孤妾常獨棲。
君若清路塵。妾若濁水泥。
浮沈各異勢。會合何時諧。
願為西南風。長逝入君懷。
君懷良不開。賤妾當何依。
Sehnsucht Alfred Forke (1867–1944)
— in: Forke, Alfred. Blüthen chinesischer Dichtung. Magdeburg: Commissionsverlag: Faber'sche Buchdruckerei, A. & R. Faber, 1899. p. 20.
Der hohe Altan steht umflossen
Von leuchtendem Mondesglanz,
Auf allen Seiten umspielet
Ihn flimmernder Lichtertanz.
Ein Weib steht auf dem Altane,
Das Herz von Trauer erfüllt.
Manch' Schmerzenslaut ihren Lippen
Und mancher Seufzer entquillt.
Wer ist die Frau wohl, die also
Sich grämt und in Kummer entbrennt? –
"Ein Weib, deren Mann in der Ferne,
Seit Jahren von ihr getrennt."
"Seit er ist von mir gegangen,
Es mögen zehn Jahre wohl sein,
Seit der Zeit leb' ich verlassen
In einsamer Kammer allein."
"Mein Mann gleicht dem Staub, der am Wege
Vom Wind in die Höhe geweht,
Ich dem Staub, der im trüben Wasser
Hinab in die Tiefe geht."
"Der eine schwebet nach oben,
Der andre zu Boden sinkt.
Wann kommt wohl die Zeit, die beide
Wieder zusammenbringt."
"Ich möchte sein der Südwestwind,
Wie wollt ich fliegen voll Lust
Zu ihm, dem fernen Geliebten,
Mich schmiegen an seine Brust!"
"Und will der ferne Geliebte
Den Busen nicht öffnen, – dann
Bleibt mir nichts mehr, woran sich
Mein Herz noch klammern kann."