桑扈
Anonymous (Shijing)
交交桑扈,有鶯其羽。 君子樂胥,受天之祜。 交交桑扈,有鶯其領。 君子樂胥,萬邦之屏。 之屏之翰,百辟為憲。 不戢不難,受福不那。 兕觥其觩,旨酒思柔。 彼交匪敖,萬福來求。
Das Kaisermahl Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 174f.
Sang-Hu, der Vogel, im Thale fliegt, Im Sommerlicht glänzend die Flügel wiegt. Beim frohen Male der Kaiser sitzt, Vom Kranze der Fürsten hell umblitzt, Vom Himmel hat er den Glanz allein, Und seiner Herrlichkeit Schein. Sang-Hu, der Vogel, fliegt hin und her, Sein rothes Gefieder strahlet sehr. Der Kaiser fröhlichen Muthes thront, Mit seinem Schutze die Reiche lohnt, Er hat den Frieden gegeben der Welt, Darüber dem Schirm er hält. Aus einem Urhorn trinkt er den Wein, Der Wein ist echt und klar und rein. Man wird darin einen Duft gewahr, Der Liebe nur athmet ganz und gar, Man trinkt ihn gerne und wer ihn trank, Der ist des Herrn sein lebenlang.
Das Kaisermahl Friedrich Rückert (1788–1866)
Sang-Hu der Vogel fliegt im Thal Mit Prangen, Sein Flügel glänzt im Sonnenstrahl Wie Spangen. Der Kaiser sitzt beim frohen Mahl, Umringt von seiner Fürsten Kranz, Vom Himmel hat er seinen Glanz Und Herrlichkeit empfangen. Sang-Hu der Vogel schwebet hin Und wieder, Am Halse glänzt sein Garmosin- Gefieder. Der Kaiser thront mit frohem Sinn, Wie hoch er seinen Fittig hält Ob allen Reichen, er der Welt Beschirmer und Befrieder! Sein Becher ist ein Horn vom Ur Gewunden, Darin der Wein ist rein und pur Gefunden; Er duftet Lieb' und Milde nur; Wer ihn nur sieht, der trinkt ihn gern, Und wer ihn trinkt, der bleibt dem Herrn Mit Seel' und Leib verbunden.
Gastlied des Königs an die Fürsten Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 358.
Grünschnäbler fliegen aus und ein, Und bunt ist ihrer Flügel Schein. Die Herrn erfreuen allgemein; Des Himmels Huld mög' ihnen sein! Grünschnäbler fliegen aus und ein, Und bunt erscheint's an ihren Hälsen. Die Herrn erfreuen allgemein, Sie sind der Lande Wäll' und Felsen. Und diese Felsen, diese Wälle, Der hundert Fürsten Urmodelle, Sind sie nicht ernst, nicht fest an Stelle? Fließt ihnen nicht des Glückes Quelle? Beim Nashornbecher, noch so groß, Beim besten Wein, so mild er floß, Ist doch ihr Kreis nie würdelos. Sei aller Segen ihr Genoß!