鳥啼
Lu You 陸游 (1125–1210)
野人無曆日,鳥啼知四時。 二月聞子規,春耕不可遲。 三月聞黄鸝,幼婦閔蠶饑。 四月鳴布穀,家家蠶上簇。 五月鳴鴉舅,苗稚憂草茂。 人言農家苦,望晴復望雨。 樂處誰得知,生不識官府。 葛衫麥飯有即休,湖橋小市酒如油。 夜夜扶歸常爛醉,不怕行逢灞陵尉。
Vogelruf Alfred Forke (1867–1944)
— in: Forke, Alfred. Dichtungen der Tang- und Sung-Zeit, Veröffentlichungen des Seminars für Sprache und Kultur Chinas an der Hamburgischen Universität. Hamburg: Friederichsen, de Gruyter & Co., 1929. p. 164f.
Wohl hat nicht den Kalender Der Bauer stets bereit, Doch an dem Ruf der Vögel Kennt er die Jahreszeit. Hört er im zweiten Monat Des Ziegenmelkers Schrei, So weiß er, daß es Frühling Und Zeit zum Ackern sei. Sobald im dritten Monat Goldamsels Ruf erklingt, Den Seidenwürmern Futter Die junge Gattin bringt. Wenn dann im vierten Monat Des Kuckucks Ruf tönt hell, Legt Haus bei Haus die Raupen Man auf das Spinngestell. Hört man im fünften Monat Die Stare zwitschern laut, Weiß man, daß überwuchert Die Saat von wildem Kraut. Der Landmann scheint den Meisten In Nöten stets zu sein. Bald hofft er auf den Regen, Bald auf den Sonnenschein. Dagegen seine Freuden Sind weniger bekannt, Gerade wie dem Bauer Fremd der Beamtenstand. Wenn nur einen Chinagras Rock Und Weizen und Reis er hat Und Wein vom Markt an der Brücke, Der fließt wie Öl so glatt! Kehrt nachts er gestützt nach Hause, Ist stets bezecht er schwer. Dann fürchtet er auch zu treffen Den Landgendarm nicht mehr.