桑柔
Anonymous (Shijing)
菀彼桑柔,其下侯旬。
捋采其劉,瘼此下民。
不殄心憂,倉兄填兮。
倬彼昊天,寧不我矜。
四牡騤騤,旟旐有翩。
亂生不夷,靡國不泯。
民靡有黎,具禍以燼。
於乎有哀,國步斯頻。
國步滅資,天不我將。
靡所止疑,云徂何往。
君子實維,秉心無競。
誰生厲階,至今為梗。
憂心慇慇,念我土宇。
我生不辰,逢天僤怒。
自西徂東,靡所定處。
多我覯痻,孔棘我圉。
為謀為毖,亂況斯削。
告爾憂恤,誨爾序爵。
誰能執熱,逝不以濯。
其何能淑,載胥及溺。
如彼遡風,亦孔之僾。
民有肅心,荓云不逮。
好是稼穡,力民代食。
稼穡維寶,代食維好。
天降喪亂,滅我立王。
降此蟊賊,稼穡卒痒。
哀恫中國,具贅卒荒。
靡有旅力,以念穹蒼。
維此惠君,民人所瞻。
秉心宣猶,考慎其相。
維彼不順,自獨俾臧。
自有肺腸,俾民卒狂。
瞻彼中林,牲牲其鹿。
朋友已譖,不胥以穀。
人亦有言,進退維谷。
維此聖人,瞻言百里。
維彼愚人,覆狂以喜。
匪言不能,胡斯畏忌。
維此良人,弗求弗迪。
維彼忍心,是顧是復。
民之貪亂,寧為荼毒。
大風有隧,有空大谷。
維此良人,作為式穀。
維彼不順,征以中垢。
大風有隧,貪人敗類。
聽言則對,誦言如醉。
匪用其良,覆俾我悖。
嗟爾朋友,予豈不知而作。
如彼飛蟲,時亦弋獲。
既之陰女,反予來赫。
民之罔極,職涼善背。
為民不利,如云不克。
民之回遹,職競用力。
民之未戾,職盜為寇。
涼曰不可,覆背善詈。
雖曰匪予,既作爾歌。
Erniedrige dich nicht! Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 225.
— in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 43f.
Der Wind hat einen freien Zug
Auf allen hohen Haiden.
O, lobe nicht durch Schmeichlertrug
Die Schwächen, dran wir leiden!
Der Wind hat einen freien Zug,
Durch offnes Thal zu dringen.
O, mögst dich nicht durch Heuchlerlug
Um deine Würde bringen!
Erquicklich ist des Windes Zug
Und scheucht verdumpfte Lüfte;
Es hegen des Irrlichtes Trug
Nur Sümpf' und Modergrüfte.
— in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 43f.
Kraftlosigkeit Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 224.
— in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 25.
Des Himmels Macht verspottet uns,
Und unser Glanz weicht seinem Blitz;
Er wirft den Herrn vom Thron herab,
Den wir erhoben auf den Königssitz.
Des Reiches Acker gibt er hin
Heuschrecken, die nur nährt der Raub,
Die Wurzel stirbt, der Halm verdirbt,
Es sind die Aehren welk und taub.
O armes Reich! wie bist du doch
In tiefste Noth hinweggerafft!
Wir riefen gern den Himmel an,
Jedoch es mangelt uns an Kraft.
— in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 25.
Vergleichung Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 225.
Ich stand im tiefen Walde
Da gingen Hirsch' und Reh'
In Rudel und zu Paaren
Ganz sonder Qual und Weh.
Die Thiere leben milder
Als Menschen heutzutag,
Da keiner unter den Menschen
Des andern Freund sein mag.
Das verlassene Vaterland Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 223f.
— in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 24.
— in: Hart, Julius. Orient und Occident. Minden, Westfalen: Bruns Verlag-GmbH & Co. KG, 1885. p. 4.
O Maulbeerbaum, der du zur Zeit
Ernährst viel tausend Würmer,
Wo ist dein Laub? dich hat entkleid't
Der Nord, der arge Stürmer.
Es ist mein Kleid als wie dein Kleid,
Und Sitt' und Brauch sich gleichen;
So sollt' uns auch dasselbe Leid
Im selben Land erreichen.
Es war wohl schwer des Reiches Last
In langen tausend Jahren;
Du bist dem Himmel wohl verhaßt,
O Volk mit schwarzen Haaren!
Wer brachte uns in diese Noth,
Wer hat uns so umklammert?
Es traf nun ein, was uns bedroht,
Und Keiner uns bejammert.
So wie man hält entfernt die Hand
Von einem glüh'den Tiegel,
So scheut man auch, o Vaterland,
Zu fassen deine Zügel.
Wer sähe sich wohl dafür aus
Kühn für dein Heil zu fechten!
Es wär' umsonst, mit Sturmgebraus
Hieß es leis athmend rechten.
Drum laßt auf schmalem Land uns gleich
Nur unsre Saat beschicken,
Denn besser ist es, als am Reich,
Dem halbverall'nen, flicken.
— in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 24.
— in: Hart, Julius. Orient und Occident. Minden, Westfalen: Bruns Verlag-GmbH & Co. KG, 1885. p. 4.
Zeitverderben Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 225.
— in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 25.
Verderbt ist dies Geschlecht so sehr,
Daß es verdirbt nur immer mehr.
Sie preisen ihre Treue gar;
Nur um zu spotten ist's, fürwahr!
Unheil geschieht mit Vorbedacht,
Und nichts ist, was sie irre macht.
Nur Eins verschmerzen nimmer sie,
Daß Unheil älter ist als sie.
— in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 25.
Das aufgegebene Vaterland Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 314f.
O Maulbeerbaum, von dessen Laub
Die tausend Würmchen weiden!
Dein Laub, es ward des Sturmes Raub,
Wir spinnen keine Seiden.
Wir tragen einerly Gewand,
Und haben gleiche Sitten;
So ist nun gleich für's ganze Land
Das Unheil zugeschnitten.
Wie war des Reiches Last so schwer
In seinen tausend Jahren;
Wie grollt der Himmel dir so sehr,
O Volk von schwarzen Haaren!
Wer hat uns in die Noth geführt,
Wer hat uns so verkettet?
Wir fühlen nur: wir sind umschnürt,
Und Niemand der uns rettet.
Wie man sich scheut mit bloßer Hand
An glüh'nden Stahl zu rühren,
So scheut man sich, o Vaterland,
Dein Regiment zu führen.
Wer unternimmt ein Ding so groß,
Daß für dein Wohl er streite?
Es ist alsob man athemlos
Dem Wind entgegen schreite.
Kommt, lasset uns die eigne Saat
Dem schmalen Grund vertrauen!
Denn besser als den wüsten Staat
Verlohnt's den Acker bauen.
Betrachtung Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 316.
— in: Mehlig, Johannes (ed.). Stimmen des Orients: Arabische, persische, indische und chinesische Dichtungen. Leipzig: Insel-Verlag, 1965. p. 262.
Ich stand in des Waldes Tiefen
Und sah da Hirsch und Reh,
Die scharweis, paarweis liefen
Und hatten kein Leid und Weh.
Die Tiere leben feiner
Als Menschen zu dieser Frist,
Da unter den Menschen keiner
Des andern Freund mehr ist.
— in: Mehlig, Johannes (ed.). Stimmen des Orients: Arabische, persische, indische und chinesische Dichtungen. Leipzig: Insel-Verlag, 1965. p. 262.
Gefühl der Ohnmacht Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 316.
— in: Oehlke, Waldemar. Chinesische Lyrik und Sprichwörter. Bremen-Horn: Walter Dorn-Verlag, 1952. p. 34.
— in: Mehlig, Johannes (ed.). Stimmen des Orients: Arabische, persische, indische und chinesische Dichtungen. Leipzig: Insel-Verlag, 1965. p. 261f.
Des Himmels Macht spricht unsrer Hohn,
Sein Blitz hat unsern Glanz begraben;
Er stößt den Kaiser von dem Thron,
Den wir darauf erhoben haben.
Er gibt des Reiches Acker preis
Heuschrecken die vom Raub sich nähren.
Die Wurzel dorrt, es welkt das Reis,
Und ohne Körner sind die Aehren.
O armes Reich!
zu welchen Stufen
Der Noth hinabgedrückt bist du!
Wir möchten an den Himmel rufen,
Und haben keine Kraft dazu.
— in: Oehlke, Waldemar. Chinesische Lyrik und Sprichwörter. Bremen-Horn: Walter Dorn-Verlag, 1952. p. 34.
— in: Mehlig, Johannes (ed.). Stimmen des Orients: Arabische, persische, indische und chinesische Dichtungen. Leipzig: Insel-Verlag, 1965. p. 261f.
Das verderbte Geschlecht Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 317.
— in: Mehlig, Johannes (ed.). Stimmen des Orients: Arabische, persische, indische und chinesische Dichtungen. Leipzig: Insel-Verlag, 1965. p. 262.
So verderbt ist dies Geschlecht,
Daß für es auf Erden
Bleibt kein Heil als schlecht und recht
Immer schlechter werden.
Ihre Treue preisen sie;
Wollen treu sie scheinen?
Nein! Nur so beweisen sie,
Daß sie falsch es meinen.
Unheil üben wollen wir;
Was uns da betrübte?
Dem Behendern grollen wir,
Der zuvor es übte.
— in: Mehlig, Johannes (ed.). Stimmen des Orients: Arabische, persische, indische und chinesische Dichtungen. Leipzig: Insel-Verlag, 1965. p. 262.
Warnung vor der Erniedrigung Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 317.
Des Windes Gang ist stark und frey
Auf allen hohen Flächen.
Gib, Edler, dich zur Schmeicheley
Nicht her für unsre Schwächen.
Des Windes Gang ist grad und frey
In allen offnen Thälern.
O Edler, laß die Heucheley
Nicht deine Würde schmälern.
Erfrischend ist des Windes Zug
Und scheuchet alles Dumpfe;
Sich duckt mit falscher Lichter Trug
Die faule Luft im Sumpfe.
Klage des Fürsten Sjui Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 439 - 442.
Der zarte Maulbeer, dicht und groß,
Wie deckt' er drunten weite Schicht!
Nun steht er leergepflückt und bloß.
Voll Jammer ist des Volks Gesicht,
Und mein Betrübniß gränzenlos,
Da mir das Herz vor Mitleid bricht.
Du hoher Himmel, hehr und licht,
Erbarmest du dich unser nicht?
Die Hengstgespanne stürmisch jagen,
Schlangen- und Vogelbanner weh'n.
Aufruhr entsteht, nicht auszutragen;
Kein Land, das nicht zu Grund will geh'n.
Das Volk muß schwarzem Haar entsagen,
Vor Elend ist's aschfarb zu klagen!
Wie eilt des Reiches Niedergeh'n!
Sein Niedergeh'n ist nicht zu wenden,
Der Himmel will sich uns entzieh'n.
Kein Ort ist, wo wir Ruhe fänden;
Wer fort will, wohin soll er zieh'n?
Wenn edle Männer sich verbänden,
Würd' aller Streit der Herzen flieh'n.
Wer mußt' auf Unheilsweg' uns senden,
Bis daß er kam zu dem Ruin?
In Kummer ist mein Herz verloren,
Das meines Heimathlands gedenkt.
Zur Unglückszeit bin ich geboren,
Des Himmels Zornwuth zugelenkt.
Vom West bis zu des Aufgangs Thoren,
Da ist kein Ort, der Ruhe schenkt.
Viel' sind der Trübsal' uns erkoren,
Und uns're Gränzen hart bedrängt.
Nun hältst du Rath, willst sorgen lassen,
Indeß der Aufruhr wächst und ficht.
Ich zeigte dir des Elends Massen,
Ich wies dir jedes Dienstes Pflicht.
Weß Hand kann Glühendes erfassen,
Taucht er's zuvor in Wasser nicht?
Und wie kann Einer Heilung bringen,
Wenn Alles schon zusammenbricht?
So geht man wider scharfen Wind
Und kann nicht hinter'n Athem kommen.
Wer vorzugeh'n auch ist gesinnt,
Muß sagen: es kann nicht mehr frommen; –
Er zeigt sich Sä'n und Ernten hold,
Nimmt Handarbeit statt Ehrensold.
Und Saat und Ernt' ist ihm so werth,
Daß er nicht Ehrensold begehrt.
Der Himmel sendet Tod und Wirren,
Vernichtet unser Köningshaus,
Schickt Würmerfraß der Saat im Lande,
Und schlimm sieht Sä'n und Ernten aus.
Ach weh' dem armen Mittellande!
Denn Alles sinkt in Schutt und Graus.
Und auch zu gar nichts mehr im Stande,
Gedenk' ich des gewölbten Blau's.
Ist hier ein wolgesinnter Herrscher
Der will auf Volk und Leute seh'n,
Der faßt ein Herz, hat reife Pläne,
Forscht Männern nach, ihm beizusteh'n.
Ist aber da ein Unfügsamer,
Der Alles selbst glaubt zu versteh'n;
Der will nur auf sein Innres seh'n,
Und macht das Volk schier untergeh'n.
Wir sehen, wie vom Wald umschlossen
Die Hirsche leben unzertrennt;
Sind aber treulos die Genossen,
Daß Keiner Andern Gutes gönnt,
So ist ein Spruchwort bei den Leuten:
Fortschritt und Rückschritt sind zu End'.
Der Eine ist ein weiser Mann,
Der blickt und spricht viel' Meilen weit;
Der Andre ist ein stumpfer Mensch,
Der nur an Thorheit sich erfreut.
Doch wer unfähig nicht des Sprechens,
Warum hat der den Haß gescheut?
Der Eine ist ein biedrer Mann;
Den sucht man nicht, der rückt nicht vor.
Der Andre ist ein hartes Herz,
Deß wird gedacht, der steigt empor.
Da bringt ein aufruhrlüstern Volk
Mit Freuden Gall' und Gift hervor.
Der Sturm hat Wege, die er rauscht,
Wo er aus offnen Thälern dringt.
Der Eine ist ein biedrer Mann;
Der geht an's Werk und ihm gelingt;
Der Andre ist ein Unfügsamer,
Der mitten in den Unrath bringt.
Der Sturm hat Wege die er rauscht;
Genossen stürzt, wen Habgier bauscht.
Wol spräch' ich' würd' auf mich gelauscht;
Nun stamml' ich Worte wie berauscht.
Daß man die Biedern nicht verwendet,
Das macht auch mich wie ausgetauscht.
Ach, meine Freund' und Atsgenossen,
Ist mir denn unbekannt, was ich hier angeregt; –
Wie wenn von fliegenden Geschöpfen
Zufällig Eins der Pfeil erlegt?
Ich geh' drauf aus, euch zu beschirmen,
Und bins's, der euch zum Zorn bewegt.
Des Volkes schrankenloses Trachten,
Durch schlaue Gleißner ist's entfacht.
Sie thun dem Volke nicht was nützet,
Als wär' es nicht in ihrer Macht.
So ist das Volk auf schlechte Wege
Wetteifernd mit Gewalt gebracht.
Des Volkes Unbeständigkeit
Kommt von der Räuber Plünderungen.
Die Gleißner sagen: "Kann nicht sein;" –
Und hinterrücks giebt's Lästerungen.
Sagt ihr nun gleich: "Das trifft nicht uns!"
Hab' ich doch euch dieß Lied gesungen.